US-Staatsanwältin verdonnert App-Anbieter zu mehr Datenschutz

Kamala D. Harris (c) Office of the Attorney GeneralDie kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala D. Harris bringt sechs der größten Technikunternehmen dazu, eine Datenschutz-Vereinbarung zu unterzeichnen. Als Anbieter von App-Stores verpflichten sich Apple, Google, Amazon, Hewlett-Packard, Microsoft und Research in Motion (Blackberry) dazu, Nutzer besser als bisher über den Umgang mit ihren persönlichen Daten zu informieren.

Trotz strenger Zulassungskontrollen bei Apple übertragen Apps immer wieder ungefragt Daten aus dem Adressbuch der Nutzer, wie zuletzt bei Path. Die Regelungen der getroffenen Vereinbarungen betreffen vor allem die weltweit schätzungsweise 50.000 App-Entwickler. Sie sollen in der App-Beschreibung im Store als auch innerhalb der App in einer Privacy Policy offenlegen, welche Nutzerdaten abgefragt, wohin übertragen, wofür genutzt und an wen weitergegeben werden. “Mit der Zwangsangabe zum Datenschutz schaffen wir mehr Transparenz und geben dem App-Nutzer mehr Kontrolle darüber, wer seine persönlichen Daten zu sehen bekommt und was damit geschieht“, sagte Harris bei der gestrigen Präsentation.

Die Bestimmungen für Apps gleichen damit den Vorschriften des California Online Privacy Protection Act, der für Webseiten und Online-Services gilt. Die Vereinbarung ist zwar freiwillig von den Unternehmen unterzeichnet worden, doch können bei Verstößen Entwickler nach dem kalifornischen Unfair Competion und / oder False Advertising Law angeklagt werden. Somit ist es nun an den App-Store-Betreibern, ihre Entwickler zu informieren und ihnen Werkzeuge zur Umsetzung an die Hand zu geben.

Da auch rein deutschsprachige Apps zumeist in Kalifornien geprüft werden, betrifft die Datenschutz-Bestimmung auch die Entwickler in Deutschland. Apple verzeichnet in einigen Tagen den 25. Millionsten App-Download. Im App-Store sind rund 600.000 Apps verfügbar. Beim Android Market dürften es rund 400.000 sein.

In sechs Monaten will sich Harris wieder mit den Unternehmen an einen Tisch setzen und überprüfen, in wieweit die getroffenen Vereinbarungen umgesetzt wurden.


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Android-Smartphone mit einem Mac synchronisieren

Der Syncmate Expert von Eltima für den Mac

Unglaublich, aber durchaus möglich: Menschen nutzen ein Android-Smartphone zusammen mit einem Mac. Da aber eine Software zum Daten- und Medienabgleich wie iTunes bei Android fehlt, springt der SyncMate in die Lücke.

Es gibt eine kostenlose Testversion von Eltima aus Bellevue bei Seattle und eine Expert-Version für rund 36 Euro (40 Dollar) für zwei Macs. Ist die Software installiert, benötigt man noch die App SyncMate for Android auf dem Smartphone. Dann kann es losgehen: Adressen, Termine, Fotos aus iPhoto, Lesezeichen, Musik (Wiedergabelisten) und Videos aus iTunes werden zwischen Telefon und Computer abgeglichen – entweder per USB-Kabel oder im WLAN-Netz.

Man hat sogar Zugriff auf die Anruflisten, kann SMS auf dem Mac schreiben und per Smartphone versenden. Man kann das Smartphone auch zur externen, tragbaren Festplatte machen. Dann wird das Gerät zum Laufwerk im Finder und man schiebt einfach Dateien in die gewünschten Ordner.

Der SyncMate versteht sich aber auch noch mit anderen Geräten. Die Software kann aber auch Daten mit Windows Mobile, Blackberry, Nokia S40, Sony PSP und Windows Rechnern abgleichen. Auch der Zugriff auf Cloud-Speicher wie Dropbox oder Google ist damit möglich.

Du willst die deutschsprachige Software testen? Kein Problem, hinterlasse unter diesem Beitrag einen Kommentar und wir ziehen eine(n) Gewinner(in), die/der per Mail einen Aktivierungscode für die Experte-Version erhält. Stichtag ist der 24. Februar 2012, 17 Uhr.

Meine Wertung
{Rating} von 5 Droids

Preis: 36,00 Euro, Größe: 0,0 MB

Eventim: Eintrittskarten für Konzerte, Museen und Ausstellungen bestellen

Mit Eventim unterwegs Tickets bestellenEventim ist die Ticketkasse im Smartphone. Man hat die Auswahl zwischen bundesweit 15.000 Veranstaltungen pro Jahr. Das sind Klassiker wie Konzerte, aber auch Ausstellungen, Musicals, Museen und Sportveranstaltungen.

Die App kann ein mobiles Ticket in Form eines QR-Codes verschicken, leider nutzen das in Deutschland nur wenige Veranstalter. Im Test konnte ich nicht eine Veranstaltung finden, die das mobile Ticket unterstützt. Hier verliert die App leider einen ihrer großen Vorteile. Man muss also weiterhin einige Tage vorher die Eintrittskarten bestellen (4,90 Euro Versand), damit sie rechtzeitig im eigenen Briefkasten landen.

Nützlich kann das sein, wenn man beispielsweise bei einem Hamburg-Besuch die weltgrößte Modelleisenbahn anschauen will (könnte ja regnen). Die Schlangen sind vor dem Miniatur Wunderland in der Speicherstadt in der Regel sehr lang. Da ist es ein enormer Vorteil, mit den Karten in der Hand an den Wartenden vorbeimarschieren zu können.

Die Eventim-App ist in die Rubriken Orte, Interessen und Datum unterteilt. So lassen sich die passenden Veranstaltungen finden. Ist der gewünschte Künstler gerade nicht auf Tour, legt man einen Ticketalarm an. Dann erhält der Nutzer eine Mail, sobald die Orte und Termine feststehen. Neuigkeiten (News) zum Künstler verschickt die App auf Wunsch als Benachrichtigungen. Weitere Serviceangebote sind Künstler-Biografien, Probehören der Musik und eine Anfahrtsbeschreibung zum Veranstaltungsort.

Eine weitere Möglichkeit, passende Konzerte zu finden, ist der Musikabgleich. Nach Aktivierung gleicht die App die Namen der Interpreten aus der eigenen Musiksammlung mit einer Eventim-Datenbank ab. Bei Übereinstimmung, werden vorrangig die Veranstaltungen dieser Künstler angezeigt. Wobei das System Schwächen hat, denn wenn es Unterschiede in der Schreibweise gibt, werden die Konzerte nicht angezeigt. Wer beispielsweise Lieder einer Cover-Band in der Sammlung hat, bekommt die Termine der jeweiligen “Vorbilder”.

Über den Fan-Report bewertet der Nutzer die eine besuchte Veranstaltung und kann vom Smartphone während des Konzertes Fotos in die Fan-Galerie des jeweiligen Künstlers hochladen.

Meine Wertung
{Rating} von 5 Droids

Preis: Kostenlos, Größe: 1,9 MB

Die Tafel Schokolade am Ohr – Samsung Galaxy Note (Teil 2)

Teil 1

Das ist alles schon sehr verspielt, aber wenn man seine “Bewegungen” raus hat, ist es überaus praktisch. Etwas gewöhnungsbedürftig sind der Menü- und Zurück-Knopf. Sie werden nur über Beleuchtung im schwarzen Rahmen sichtbar, die geht aber nach wenigen Sekunden aus. Man muss sich also merken, dass sie da sind (und welcher wo sitzt).

Auf der Rückseite schützt ein sehr dünner "Deckel" das Innenleben des NotesDie Verarbeitung und Optik des Smartphones macht auf der Vorderseite einen sehr guten Eindruck. Nur die Rückseite enttäuscht: Der dünne Plastikrücken, den man abnehmen muss, um an Akku, SIM-Karte und SD-Karte zu kommen, wirkt billig. Er löst sich gelegentlich auch aus einer Verankerung, so dass man ihn wieder fest andrücken muss. Für ein 500-Euro Smartphone ist das enttäuschend.

Samsungs App Social Hub bündelt sämtliche Twitter- und Facebook-Nachrichten sowie alle Mails in einer Anwendung. Gleichzeitig kann man damit Kontaktdaten und Termine aus Facebook ins eigene Adressbuch bzw. den Kalender übernehmen.

Schade ist, dass in der klassischen Mail-Anwendung die HTML-Inhalte nicht auf die Bildschirmbreite angepasten werden. Insbesondere bei gestalteten Mails, also Newslettern, ist man ständig mit Wischen beschäftigt, um alles erfassen zu können.

HTML-Mail muss man erst verkleinern, um sie lesen zu könnenDie Fotos der 8-Megapixel-Kamera sind beeindruckend scharf und brillant. Die Bilder haben eine Größe von 3.264 x 2.448 Bildpunkten. Auch die Videoaufnahmen in HD-Qualität sind gelungen. Das Note hat für die Bearbeitung von Fotos und Videos jeweils einen Editor vorinstalliert. Der Video-Editor erinnert in seinem Funktionsumfang stark an Apples iMovie.

Auch die Videowiedergabe kann  auf dem großen Bildschirm beeindrucken. Ich nutze den Online-Videorekorder von Save-TV. Das Streaming im eingebauten Video-Player (H.264) ist nahezu perfekt. Hinzu kommt noch ein virtueller 5.1 Sound, wenn man einen Kopfhörer benutzt.

Zum Datenabgleich zwischen Smartphone und Rechner bietet Samsung das Programm Kies. Mit der Software für Mac und Windows kann man per WLAN oder USB-Kabel Fotos, Videos, Musik und anderen Dateien hin- und herschieben. Wer keine Software installieren mag, findet auf dem Note die App Kies Air, sie stellt im WLAN eine HTTP-Verbindung in einem Browserfenster her. Darüber lassen sich ebenfalls Datein zwischen den Geräten in beide Richtungen übertragen.

Fazit
Insgesamt macht das Note einen sehr guten Eindruck. Mit etwas über 500 Euro gehört es auch zur Oberklasse der Smartphones. Der Transport in der Hosen- oder Jackentasche ist aufgrund seiner Größe etwas unvorteilhaft. Dafür weiß man die Bildschirmgröße bei Videos und auf Webseiten zu schätzen. Getestet wurde mit Android 2.3.6, ein Update auf Icecream Sandwich (4.0) sollte demnächst möglich sein.

Was uns noch aufgefallen ist:

  • UKW-Radio mit Aufnahmefunktion, allerdings muss dazu ein Kopfhörer- oder Audiokabel angeschlossen sein, das als Antenne dient.
  • Mit Google Maps Navigation hat man eine eigene, wenn auch noch im Beta-Stadium befindliche, Navi-Anwendung mit Sprachsteuerung und Echtzeit-Verkehrsinformationen.
  • Das Note hat an beiden Seiten Knöpfe (Ein/Aus, Lautstärke). Stellt man es bei einer Video-Wiedergabe im Querformat auf den Tisch, wird die Medienwiedergabe durch Druck auf einen der beiden Knöpfe gestört.
  • Mit 2.500 mAh bekommt man einen sehr leistungsfähigen Akku, der auch mal länger als einen Arbeitstag hält (wenn man nicht dauernd Videos schaut).

Die Daten

Prozessor / Band1,4 GHz Dual-Core / Quad-Band, W-CDMA
KamerasFoto Front: 8 Megapixel (3.264 x 2.448)
Rückseite: 2 Megapixel
Video: Full HD (1.920 x 1080)
Akku2.500 mAh
Gesprächszeit (3G) bis zu 13,5 Std,
Standby (3G) bis z 820 Std.
BildschirmHP Super Amoled Touchscreen
16 Mio. Farben, 1.280 x 800 Pixel, 5,3 Zoll (13,4 cm) Diagonale
Speicherintern: 16 GB
Micro SD-Karte: bis zu 32 GB
Maße/Gewicht147 x 83 x 9,65 mm, 178 g

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Meine Wertung
{Rating} von 5 Droids

Preis: 515,00 Euro, Größe: 0,0 MB

Jelly Beans ( Android 5.0) könnte bereits im zweiten Quartal kommen

Laut einem Bericht der DigiTimes könnte die fünfte Andorid-Version mit dem Namen Jelly Beans bereits im zweiten Quartal 2012 kommen.

Google will damit Microsofts Windows 8 zuvor kommen. Jelly Beans bringt vor allem Optimierungen für Tablet-PCs. Hersteller können dann beide Betriebssysteme vorinstallieren und der Nutzer kann ohne Neustart zwischen Windows 8 und Android wechseln.

Erste Reaktionen der Hardware-Hersteller darauf sind verhalten, denn die Adaption der Version 4, Icecream Sandwich (ICS), läuft schleppend. Während die Funktionen und Verbesserungen durchgängig gelobt werden, hinken die Hardware-Hersteller mit den Update hinterher. Während ICS bereits im Herbst 2011 veröffentlicht wurde, ist die Anzahl der Geräte mit Version 4.0 übersichtlich. Die meisten großen Hersteller müssen ihre eigenen Oberflächen anpassen und bieten erst ab Ende des ersten Quartals 2012 ein Update an. Sollte man dann gleich auf Jelly Beans warten?

 

Das WeatherPro-Radar unterscheidet Regen, Hagel und Schnee

WeatherPo mit Premium Radar: Farbliche Unterscheidung zwischen Regen, Hagel, Schnee etc.Die MeteoGroup aus Berlin erweitert ihre App WeatherPro für Smartphone und Tablet um einige kostenpflichtige Premium-Funktionen.

Dann sieht man im Niederschlagsradar beispielsweise, ob der herannahende Niederschlag in Form von Regen, Hagel, Eisregen oder Schnee herunter kommt. Die Premium-Nutzer sehen auch, wie sich das Niederschlagsgebiet in den kommenden Stunden entwickelt, und können so entscheiden, ob sie den Schirm mitnehmen, das Auto stehen lassen und lieber den Schlitten rausholen.

Die Wettervorhersagen für jeden gewünschten Ort (weltweit zwei Millionen) gibt es für 14 Tage (statt 7) in stündlichen Intervallen (statt drei Stunden).

Die Premium-Funktionen sind besonders bei Ausflügen oder Reisen praktisch. Das Ski-Wetter zeigt zum Beispiel Schneehöhen, Schneequalität, offene Pisten und Lifte und das Badewetter umfasst Wassertemperaturen und den UV-Index für das Mittelmeer, die Karibik und weitere beliebte Strandurlaubsziele.

Der Nutzer kann die Premium-Informationen als In-App-Kauf erwerben. Drei Monate kosten 1,59 Euro und das ganze Jahr (12 Monate) 4,99 Euro.

Nutzer der App, die nun neugierig geworden sind, können mit etwas Glück die Premium-Funktionen für ein Jahr kostenlos testen. Die MeteoGroup und Android-Fan verlosen drei Jahres-Abos für die Premium-Dienste. Einfach hier unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen, was Ihr an WeatherPro gut (oder schlecht) findet. Die Wetterfee zieht am Freitag, den 24. Februar 2012 um 15 Uhr drei Gewinner (also bitte ein funktionierende Mailadresse angeben).

Meine Wertung
{Rating} von 5 Droids

Preis: 2,99 Euro, Größe: 4,4 MB

Die Tafel Schokolade am Ohr – Samsung Galaxy Note (Teil 1)

Samsung Galaxy Note - GT-N 7000Mit seinen Ausmaßen erinnert das Samsung Galaxy Note
an eine dünne Tafel Schokolade. Die Einhandbedienung ist damit eigentlich unmöglich, auch sieht es lustig aus, wenn man ein so großes Gerät zum Telefonieren ans Ohr hält. Da verwendet man besser den mitgelieferten Ohrhörer samt Mikrofon im Kabel.

Das Note ist irgendwo zwischen kleinem Tablet und großem Smartphone anzusiedeln. Aber das hat auch sein Gutes: Bilder, Texte, Videos sind deutlich besser zu lesen / erkennen. Da machen sich die 13,44 cm Diagonale auf dem HD Super Amoled-Touchscreen bezahlt.

Mit dem Stylus zeichnen und Anmerkungen an Kartenausschnitte schreiben

Bedient wird das Note per Finger oder Stylus, der auf der Rückseite steckt. Mit der vorinstallierten App S Memo kann man den Eingabestift für allerlei Notizen verwenden. Wer malen oder zeichnen will, wählt zwischen unterschiedlichen Stiften, Pinseln sowie Farben. Man kann Anmerkungen an Kartenausschnitte (Google Maps) oder Fotos fügen und diese versenden.

Handschrifterkennung auf dem Galaxy NoteMit etwas Übung bekommt man auch die Handschriftenerkennung hin, allerdings finde ich es anstrengend, in Druckschrift zu schreiben. Mit meiner Handschrift kam das Note leider nicht gut klar. Aber wer ungern auf Bildschirm-Tastaturen tippt (oder swypt), hat mit der Handschriftenerkennung eine praktische Alternative.

Mit dem Stift kann man auch sämtliche Menüfunktionen und Wechsel zwischen den Anwendungen vollziehen, dafür hat der Stift noch einen Druckknopf. Hält man den Stylus länger auf einem Punkt des Touchscreens, wird ein Bildschirmfoto gemacht. Das funktioniert übrigens auch per Wischbewegung mit dem Handrücken quer über den gesamten Bildschirm. Samsung reizt das Thema Bewegung beim Note komplett aus:

  • Ruht die Handfläche auf dem Bildschirm, sind Videos oder Musik stumm geschalten.
  • Dreht man das Note um und legt es mit dem Touchscreen auf den Tisch, verstummen Klingeltöne.
  • Das Gerät schütteln, aktiviert die Suche nach Bluetooth-Geräten.
  • Zwei Mal mit der Hand an die Seite tippen, während die Sprachsteuerung aktiv ist, startet die Diktierfunktion.
  • Das Smartphone kippen und zwei Finger auf den Bildschirm halten, aktiviert die Zoom-Funktion.

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Wird Google zum Gerätehersteller?

Google Suchmaske im BrowserBislang schiebt Google lediglich Datenpaket auf seinen Servern hin und her. Doch schon bald könnte der Suchriese Pakete aus Pappe verschicken, darin richtige Produkte mit den sechs bunten Buchstaben drauf.

Die Übernahme von Motorola Mobility ist ohne größere Auflagen der Behörden in den USA und der EU genehmig. Neben den Patenten erwirbt Google einen Smartphone-Hersteller. Motorola baut aber auch Geräte für Mediennutzung in Privathaushalten wie digitale Videorekorder, Router und Set-Top-Boxen. Mit der Marke Google@home sollen voraussichtlich Geräte für den Heimgebrauch auf den Markt kommen. Die Rede ist beispielsweise von einer kabellosen Musik-Streaming-Box, die Songs aus Googles Musik-Dienst auf Lautsprecher in der Wohnung überträgt. Laut einem Antrag bei der amerikanischen Communications Commision (FCC) testet Google derartige Geräte gerade in vier US-Städten daheim bei Google-Angestellten. Von Apple wurde kürzlich der verantwortliche Manager für die Hardware-Qualitätssicherung abgeworben. Das passt alles ins Bild.

Im geheimen Labor X arbeitet Google angeblich an einer Augmented Reality-Brille. Warum noch ein Smartphone vor die Augen halten, wenn man mit den Google-Goggles alle relevanten Informationen aus der Umgebung eingeblendet bekommt? Auf dem Firmengelände in Mountain View wird ein Google Experience Center gebaut, um Kunden und Partnern neue Produkte vorzuführen. Der Weg ist erstaunlich, denn bislang hat sich Google stets Partner für physische Produkte gesucht: Zuerst war es HTC, später Samsung, bei den Smartphones (Google Nexus), Acer und Samsung beim Chromebook (Laptop) sowie Sony und Logitech bei Google TV.

Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page (c) GoogleDie Vermutung liegt nah, dass die Google-Gründer ihrem Vorbild Steve Jobs nacheifern. Der Apple-Boss war fest davon überzeugt, dass man gute Produkte nur erschaffen kann, wenn man die volle Kontrolle über Hard- und Software besitzt. Doch ein solcher Schritt birgt Gefahren: Das Unternehmen hat häufig Softwareprodukte im Beta-Stadium auf den Markt gebracht und dann mit Nutzer-Hilfe verbessert. Bei teuren Produkten werden Käufer diese Bananen-Taktik (Produkt reift beim Kunden) nicht akzeptieren. Logitech stieg bereits Ende 2011 erbost und mit Verlusten aus dem Google TV-Projekt aus. Die Begründung: Google TV ist weit entfernt von einer Markreife.

Der Erfolg von Android beruht auf der Gerätevielfalt diverser Hersteller. Baut Google mit Motorola eigene Smartphones und Tablets, dürfte das bei den Mitbewerbern wenig Begeisterung auslösen. Die Neutralität des Betriebssstem-Entwicklers geht verloren. Google hat zudem keinerlei Erfahrung im Aufbau einer Produktion (vermutlich in Asien) sowie einer Warenwirtschaft samt eigenen Läden bzw. Handelspartnern. Ein Kundendienst müsste von Null aufgebaut werden. So großartig und verlockend die Aussicht auf anfassbare Google-Produkte sein mag, die Gefahr hier zu scheitern, ist mindestens genauso groß.